Anleitungen & Techniken
Von der ersten Glasurschicht bis zur Galaxie: Hier findest du alle Techniken, die du bei uns ausprobieren kannst – Schritt für Schritt erklärt, mit Materialliste und unseren besten Tipps.
Bevor du loslegst
Unsere Glasur: Stroke & Coat (S&C)
Bei uns malst du mit Stroke & Coat von Mayco – ungiftig und mit Wasser auswaschbar.
- kräftig pigmentiert und deckend
- für Flächen, Muster, Motive, Punkte und Linien
- 2–3 Schichten für ein deckendes Ergebnis, dünn aufgetragen wird sie transparent
So wird es schön
Nimm dir Zeit, lass jede Schicht trocknen und probiere neue Techniken ruhig erst auf Papier aus. Wir helfen dir am Tisch jederzeit gern weiter.
Hände frei von Fett, Keramik vorher mit einem trockenen Pinsel entstauben – dann haftet die Glasur gut.
Pinsel einfach bei der Farbe liegen lassen. Musst du ihn auswaschen, danach gut mit einem Tuch trocknen – sonst wird die Glasur wässrig.
Zum Mischen etwas Glasur auf die Palette geben – nie in der Dose. Deckel immer auf die passende Dose setzen.
Kugelschreiber verbrennt rückstandslos, Bleistift nicht. Sichtbare Linien also immer mit Farbe nachziehen.
Eine Schicht reicht. Flächen bitte nicht damit ausmalen – die Farbe kann beim Brand abplatzen.
Glasuren sehen ungebrannt matt und blass aus. Wie die Farbe später wirkt, siehst du an unseren Farbmustern.
Ein feuchter Lappen neben dir hilft bei Spritzern. Auf Glasur nur ganz vorsichtig und punktuell wischen.
Innen und außen verschiedene Farben? Rand kurz auf ein glatt liegendes, feuchtes Tuch setzen und hin- und herbewegen.
Alle Techniken im Überblick
Tippe auf eine Technik, um direkt zur Schritt-für-Schritt-Anleitung zu springen.
Das brauchst du
- Stroke & Coat (S&C)
- Pinsel in verschiedenen Stärken – pro Farbe ein eigener
- Palette oder kleiner Teller
Stroke & Coat – richtig glasieren
Stroke & Coat (S&C) von Mayco ist kräftig pigmentiert und deckend. Damit gestaltest du alles – große Flächen genauso wie Muster, Motive und feine Details.
- Vorbereiten: Glasur gut umrühren. Du kannst direkt aus der Dose arbeiten oder etwas auf eine Palette geben.
- Flächen: Zügig in großen Zügen auftragen und nicht ständig über dieselbe Stelle streichen. Für ein deckendes Ergebnis 2–3 Schichten, jede trocknen lassen, bis sie nicht mehr glänzt.
- Muster & Details: Erst auf die trockene Grundfläche malen – so verwischt nichts. Auf einen guten Kontrast achten.
- Punkte & Tupfer: Für Punkte, Tupfer oder transparente Effekte reicht oft schon eine Schicht.
- Nicht zu dick auftragen – zu viel Glasur kann beim Brand abrollen oder abplatzen.
- Sehr helle Farben brauchen mehrere Schichten, sonst sind sie nach dem Brand kaum zu sehen.
- Deckel immer auf die passende Dose setzen – die Nummer steht auf der Unterseite.
- S&C lässt sich mischen – dabei bitte sparsam sein.
Das brauchst du
- Stroke & Coat
- Bildvorlage
- Pauspapier
- Kugelschreiber
- feiner Pinsel
- optional: Designer Liner
Motive übertragen & frei malen
Du hast eine Vorlage oder eine eigene Idee? So kommt dein Motiv sauber auf die Keramik – auf Rohkeramik oder sogar auf trockene Glasur.
- Übertragen: Pauspapier mit der beschichteten Seite nach unten auf die Keramik legen, Vorlage darauf und die Linien mit dem Kugelschreiber nachfahren. Oder das Motiv direkt frei vorzeichnen.
- Ausmalen: Flächen mit Stroke & Coat ausmalen.
- Konturen: Linien mit einem feinen Pinsel oder dem Designer Liner nachziehen.
- Nur mit Kugelschreiber vorzeichnen – die Linien verbrennen rückstandslos. Bleistift bitte nicht verwenden.
- Weil die Vorzeichnung verbrennt, alle Linien, die sichtbar bleiben sollen, mit Farbe nachziehen.
- Auf Glasur nur ganz leicht zeichnen.
Das brauchst du
- Stroke & Coat
- flache Palette oder Teller
- Punktewerkzeuge: Punktestift, Holzstäbchen, Stielschwamm
Punkte setzen
Punkte gehen immer: einzeln, in Reihen, als Blüte oder Umrandung. Je nach Werkzeug werden sie fein, unregelmäßig oder weich.
- Farbe bereitstellen: Etwas S&C auf eine flache Palette geben.
- Punktestift: Spitze eintauchen und senkrecht auftupfen – es entstehen kleine, leicht erhabene Punkte.
- Holzstäbchen: Stäbchen in Farbe tauchen und aufdrücken – ergibt bewusst unregelmäßige Punkte.
- Stielschwamm: Für weiche Punkte mit Schwammstruktur. Mehrfach auftupfen macht den Punkt dichter.
- Erst auf Papier üben.
- Punkte trocknen lassen, bevor du daneben oder darauf weitermachst.
Das brauchst du
- Stroke & Coat
- warmes Wasser
- ein Tropfen Spülmittel
- kleiner Becher
- Strohhalm
- Schwamm oder Pipette
Blubbern
Mit Farbe, Wasser und einem Strohhalm entstehen zufällige, organische Blasenmuster – jedes Stück wird ein Unikat. Experimentieren ausdrücklich erwünscht!
- Anmischen: Den Becherboden etwa 1 cm hoch mit Glasur bedecken, ungefähr gleich viel warmes Wasser und einen Tropfen Spülmittel dazugeben, gut verrühren. Das reicht für eine Tasse oder Schale.
- Vorbereiten: Wenn du Aufkleber verwenden möchtest, diese vorher aufbringen.
- Blubbern: Becher leicht schräg halten und mit dem Strohhalm sanft in die Mischung pusten. Die Blasen auf die Keramik bringen und zügig arbeiten, damit nichts tropft.
- Nacharbeiten: Überschüssige Flüssigkeit mit Schwamm oder Pipette aufnehmen, Ränder bei Bedarf mit einem feuchten Tuch säubern.
- Sanft pusten ergibt kleine Blasen.
- Erst blubbern, dann die übrigen Flächen gestalten.
- Bei flachen Stücken keine hohen Schaumberge pusten.
- Wir zeigen dir die Technik gern – sprich uns einfach an.
Das brauchst du
- Stroke & Coat
- Stempel
- Schwamm
- flacher Teller
- Papier zum Testen
Stempeln
Mit Stempeln bringst du feine Motive auf die Keramik – perfekt für Muster, Kränze oder kleine Akzente.
- Farbe vorbereiten: Etwas S&C dünn auf einen flachen Teller geben und den Schwamm als Stempelkissen nutzen.
- Stempel einfärben: Den Stempel vorsichtig mit dem Schwamm betupfen. Es darf keine Farbe in die Vertiefungen laufen. Alternativ den Stempel direkt in die dünne Farbschicht auf dem Teller drücken.
- Stempeln: Stempel gerade aufsetzen, leicht wippend andrücken und senkrecht abheben.
- Weniger ist mehr – bei zu viel Farbe verschwimmen die Details.
- Der Stempel muss flach aufliegen.
- Vorher auf Papier testen.
Das brauchst du
- Stroke & Coat
- Papiermotiv
- Schere
- etwas Wasser
- Punktewerkzeug
Papiermotiv umpunkten
Ein ausgeschnittenes Papiermotiv dient als Schablone: Du setzt Punkte drumherum, ziehst das Papier ab – und das Motiv bleibt ausgespart.
- Vorbereiten: Wenn du magst, die Keramik vorher glasieren und trocknen lassen. Motiv ausschneiden, kurz anfeuchten und auf die Keramik legen.
- Punkte setzen: Mit einem feinen Punktewerkzeug dicht an der Kante entlang punkten – teils über das Papier, teils direkt auf die Keramik. Die Punkte sollten sich fast berühren.
- Nacharbeiten: Papier abziehen, sobald die Punkte trocken sind, und das Muster nach Lust ergänzen.
- Punkte erst trocknen lassen, bevor du daneben weitermachst.
- Papier nur anfeuchten – es soll haften, aber nicht aufweichen.
Das brauchst du
- Stroke & Coat in zwei Farben
- grober Schwamm
- Teller oder Palette
Farbverlauf mit Schwamm
Ein sanfter Verlauf gibt deiner Keramik Tiefe. Mit einem Schwamm lässt du zwei Farben elegant ineinanderfließen.
- Farbe aufnehmen: Auf zwei gegenüberliegende schmale Seiten des Schwamms je eine Farbe geben.
- Erste Farbe: Am Rand beginnen und locker auftupfen, dann zur Mitte hin arbeiten – der Auftrag wird dabei von selbst dünner.
- Zweite Farbe: Schwamm drehen und von der gegenüberliegenden Seite genauso zur Mitte tupfen: außen kräftig, innen zart.
- Übergang: In der Mitte überlappen beide Farben. Den Vorgang wiederholen, bis der Übergang weich ist.
- Zart beginnen – keinen dicken Fleck auftupfen.
- Lieber mehrere zarte Durchgänge als einen kräftigen.
- Feucht in feucht arbeiten.
Das brauchst du
- Stroke & Coat
- Aufkleber oder Abklebeband
- Übertragungsfolie (für große Motive)
- Plastikkarte
- Nadel
Aufkleber & Abklebeband
Mit Aufklebern und Abklebeband deckst du Bereiche ab. Nach dem Glasieren ziehst du sie ab – zurück bleiben klare, helle Formen und Kanten.
- Kleine Aufkleber: Direkt auf die trockene Rohkeramik kleben und gut andrücken.
- Große Motive: Übertragungsfolie auf den Aufkleber legen und mit der Karte andrücken. Dann mit der Folie auf die Keramik übertragen und mit Karte und Fingern fest andrücken.
- Glasieren: Stroke & Coat wie gewohnt darüber auftragen – besonders schön mit einem Verlauf.
- Abziehen: Den Aufkleber mit der Nadel vorsichtig anheben und abziehen. Die Fläche bleibt hell oder wird anschließend bemalt.
- Aufkleber halten nur auf trockener Rohkeramik – nicht auf Glasur oder feuchten Flächen.
- Mit der Nadel nur in den Aufkleber stechen, nicht in die Glasur kratzen.
Das brauchst du
- Stroke & Coat
- Pinsel
- Holzstäbchen
- weicher, trockener Pinsel
- optional: Pauspapier, Vorlage, Kugelschreiber
Kratztechnik
Bei der Kratztechnik ritzt du Linien in eine deckende Glasurschicht. So entstehen klare Kontraste, Muster und Konturen.
- Fläche anlegen: Stroke & Coat in mehreren Schichten deckend auftragen. Bei sehr dunklen Farben die erste Schicht in Weiß.
- Motiv übertragen: Wenn die Fläche trocken ist, das Motiv mit Pauspapier und Kugelschreiber übertragen oder frei ganz leicht vorzeichnen.
- Auskratzen: Mit dem Holzstäbchen die Linien in die Glasur ritzen und die Krümel mit dem weichen Pinsel wegfegen.
- Die Glasur sollte vor dem Kratzen nicht mehr glänzen.
- Krümel nicht wegpusten, sondern wegpinseln.
Das brauchst du
- Stroke & Coat
- Zahnbürste
- Pinsel
- kleiner Teller
- optional: Abklebeband
- Pappe zum Abdecken
Spritztechnik
Mit einer Zahnbürste zauberst du feine Sprenkel – ideal für lebendige Hintergründe, Steinoptik oder bunte Akzente.
- Vorbereiten: Wenn gewünscht, mit Abklebeband eine Trennlinie setzen und die Fläche vorher gestalten.
- Sprenkeln: Nur die Spitzen der Borsten in die Farbe tauchen. Bürste über die Keramik halten und mit dem Daumen über die Borsten streichen.
- Große Spritzer: Für große Tropfen einen Pinsel in Farbe tauchen und gegen den Finger klopfen.
- Abziehen: Klebeband direkt nach dem Spritzen entfernen.
- Vorher auf Papier testen, wie groß die Spritzer werden.
- Farbe auf einen flachen Teller geben.
- Den Platz um dich herum mit Pappe schützen.
Das brauchst du
- Siebdruck-Schablone
- Siebdruckpaste (eingedickte Glasur)
Siebdruck
Mit Siebdruck-Schablonen bringst du sehr feine Motive gestochen scharf auf die Keramik – auf Rohkeramik oder auf trockene Glasur.
- Positionieren: Schablone mit der glatten Seite auf die Keramik legen und gut festhalten.
- Paste auftragen: Paste mit dem Finger kreisend von innen nach außen auftragen – nur innerhalb des Siebs, die Umrisse aber vollständig füllen. Dann die Schablone vorsichtig abheben.
- Reinigen: Schablone sofort vorsichtig in Wasser abwischen und mit einem Tuch trocken tupfen – nicht reiben oder knicken.
- Weitergestalten: Den Druck nach Wunsch ausmalen. Die Konturen bleiben meist sichtbar.
- Nur mit Siebdruckpaste arbeiten – normale Glasur funktioniert nicht.
- Paste gleichmäßig und nicht zu dick auftragen.
- Schablone nicht verrutschen lassen, sonst wird der Abdruck unscharf.
- Schablonen und Paste bekommst du bei uns.
Das brauchst du
- Stroke & Coat
- Mischpalette
- Pinsel und/oder Wasserpinsel
- Wasser
- optional: Pauspapier und Vorlage
Aquarelltechnik
Mit stark verdünnter Glasur entstehen zarte Aquarelleffekte – weiche Übergänge und fließende Farben machen diese Technik besonders lebendig.
- Farbe vorbereiten: Etwas Wasser in eine Mulde der Palette geben und wenig Farbe darin verrühren. Weitere Mulden sparsam mit Glasur füllen.
- Fläche anlegen: Mit der stark verdünnten Farbe eine Fläche anlegen und die Flüssigkeit mit dem Pinsel lenken.
- Akzente setzen: In die noch feuchte Fläche etwas kräftigere Farbe tupfen und die Übergänge mit Wasser weichzeichnen.
- Konturen: Nach dem Trocknen Linien bei Bedarf mit Farbe oder Designer Liner nachziehen.
- Auch sehr verdünnte Glasur ist nach dem Brand sichtbar – lieber zart beginnen und mehrmals auftragen.
- Feucht in feucht arbeiten.
Das brauchst du
- Stroke & Coat (Schwarz, Weiß und Farben)
- verschiedene Schwämme
- Pinsel
- Zahnbürste
- Teller
Galaxie
Auftupfen, überlagern, sprenkeln – so entstehen leuchtende Galaxien. Ideal für Teller, Fliesen und alles, was strahlen darf.
- Galaxie tupfen: Farben auf einen Teller geben und die Grundform der Galaxie mit dem Schwamm auftupfen.
- Schwarzer Hintergrund: Die übrige Fläche schwarz betupfen – ruhig auch etwas über die Galaxie. Schwarz am besten 3-mal mit dem Pinsel auftragen.
- Rauch-Effekt: Auf das Schwarz erneut mit dem Schwamm Farbe tupfen – das ergibt eine rauchige Optik.
- Sterne: Weißes Stroke & Coat mit der Zahnbürste aufspritzen. Unterschiedlich große Sterne sorgen für Tiefe.
- Mut zu Kontrasten – das bringt Tiefe und Leuchten.
- Einzelne große Sterne mit dem Punktewerkzeug setzen.
Lust bekommen, es selbst auszuprobieren?
In unseren Kursen zeigen wir dir die Techniken direkt am Tisch – Farben, Glasuren, Werkzeug und Brennen inklusive.
Kurs buchen